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Standort

Kreislaufwirtschaft Höver

Die Kreislaufwirtschaft in der Zementproduktion hat zwei Komponenten: den Einsatz von Primärrohstoffen zu reduzieren (alternative Rohstoffe) und Ersatzbrennstoffe (alternative Brennstoffe) einzusetzen.

Ressourceneffizienz bedeutet auch, den Einsatz von Primär-Rohstoffen zu minimieren. Kalkstein, Ton und Sand sind wichtige Bestandteile der Klinker- und damit der Zementproduktion. Schon seit Jahren werden Ersatzrohstoffe verwendet, um diese natürlichen Ressourcen zu schonen, so auch in Höver.

Im Werk Höver kamen 2020 die Ersatzrohstoffe Feinsand, Serox, Flugasche sowie Lackstaub zum Einsatz. Die Gesamtmenge macht allerdings weniger als 1,5 Prozent der für die Zementherstellung erforderlichen Rohmaterialmenge aus. Ursache hierfür ist insbesondere die Zusammensetzung des in Höver geförderten Kalkmergels, der einen sehr hohen Kalkgehalt aufweist. Daraus ergibt sich ein nur geringes Potenzial von möglichen Beimischungen anderer, calciumhaltiger Ersatzrohstoffe. Dennoch werden weitere Stoffe erprobt und wo möglich zum Einsatz gebracht, beispielsweise Kalkgries aus der Zuckerherstellung.

Kreislaufwirtschaft: EINSATZ VON ERSATZBRENNSTOFFEN

Der Einsatz von Ersatzbrennstoffen oder sogenannten alternativen Brennstoffen in der Klinkerproduktion wird bei Holcim seit vielen Jahren praktiziert.

Im Zementwerk Höver wurden 2020 ca. 110.000 Tonnen regional anfallende Abfälle stofflich und energetisch verwertet. Damit betrug der Anteil der Ersatzbrennstoffe an der gesamten Feuerungswärmeleistung im Jahres- durchschnitt 84,5 Prozent. Höver erreicht so unter allen deutschen Holcim Zementwerken die höchste Rate im Einsatz von Ersatzbrennstoffen.

Die Ersatzbrennstoffe werden gemäß den geltenden Auflagen beprobt und analysiert. Grenzwertverletzungen traten nicht auf. Alle Grenzwerte emissionsrelevanter Schwermetalle (Quecksilber, Thallium, Cadmium) wurden eingehalten. Kunststoffe sind als Bestandteil im Fluff der am meisten eingesetzte Ersatzbrennstoff in Höver. Bei dem Ersatzbrennstoff Fluff handelt es sich um ein Material aus der Aufbereitung heizwertreicher Kunststofffraktionen, die im Wesentlichen aus nicht recyclefähigen Produktionsrückständen und Rückständen vorsortierter Verpackungsabfälle gewonnen werden, verarbeitet mit Rückständen aus der Gewerbeabfallsortierung. Fluff wird aufbereitet angeliefert und kann so direkt der Ofenhauptfeuerung zugeführt werden. Klärschlämme, die aufgrund geänderter regulatorischer Bedingungen nicht mehr in der Landwirtschaft eingesetzt werden dürfen, werden getrocknet und ebenfalls in unserem Werk verwertet. Der Einsatz von Alt- und Ausschussreifen ohne Felgen wurde über die Zeit reduziert.

Für Emissionen von Zementwerken gelten die Anforderungen von Abfallmitverbrennungsanlagen. Denn Zementwerke haben zusätzlich zu den Emissionen aus Brennstoffen rohmaterialbedingte Emissionen aus den eingesetzten Rohstoffen wie Kalkstein und Ton, die es bei Müllverbrennungsanlagen nicht gibt. Nur für diese rohstoffbedingten Emissionen können Zementwerke Ausnahmegenehmigungen erhalten.
Durch den Einsatz von Abfällen unterstützen Zementwerke aktiv die Kreislaufwirtschaft und tragen zur Entsorgungssicherheit in den Regionen und im ganzen Land bei. Umweltverträglichkeitsuntersuchungen haben gezeigt, dass es durch die Abfallmitverbrennung nicht zu einer Verschlechterung der Umweltbelastung kommt.

Im Zementwerk Höver kommt neben Fluff seit März 2022 auch der Ersatzbrennstoff RENOTHERM® zum Einsatz – ein industriell aufbereitetes Substitut aus stofflich nicht verwertbaren Abfällen. Ein Vorteil dieses Ersatzbrennstoffes ist sein niedriger Flammpunkt und das damit verbundene gute Zündverhalten.

In der Diskussion ist RENOTHERM®, da er sich auch aus gemischten, darunter gefährlichen Abfällen zusammensetzt. Dementsprechend unterliegt die Nutzung strengen behördlichen Auflagen. Nach ersten Testläufen im Jahr 2017 hatte sich die Projektabteilung des Werkes Höver mit den Spezialisten von Geocycle weiter mit der Planung der Anlage zum Einsatz von RENOTHERM® beschäftigt. Im März 2022 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Die Betriebsgenehmigung wurde im Rahmen des seit dem Jahr 2018 laufenden immissionsschutzrechtlichen, öffentlichen Antragsverfahrens durch das zuständige Gewerbeaufsichtsamt erteilt.

Neben den Ersatzbrennstoffen kommen die konventionellen Brennstoffe Kohle und – nur zum Zünden des Brenners – eine kleine Menge an Heizöl zum Einsatz.

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