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Märkte

„Worauf wollen wir noch warten?“

Marc Holberg ist seit dem 1. September 2021 Leiter Transportbeton bei Holcim Deutschland. Im Interview spricht er über nachhaltige Baustoffe, Markttrends und seine persönlichen Ziele.

Interview

Herr Holberg, wie waren Ihre ersten Tage in der neuen Position als Leiter Transportbeton?

Marc Holberg: Ich habe in der neuen Position direkt wieder gemerkt, wie sehr ich dieses Geschäft und den Baustoff Beton liebe. Klar ist auch, dass in den kommenden Monaten große Herausforderungen vor uns liegen. Denn die gesamte Baubranche muss sich wandeln und unter der großen Überschrift “Nachhaltigkeit” werden heute (zu Recht!) hohe Anforderungen an uns gestellt. Es gibt viele Projekte und Maßnahmen, die sehr schnell umgesetzt werden müssen – dafür haben wir bereits richtig gute Lösungen eingeführt.  Wir müssen uns alle ganz ehrlich fragen, worauf wir eigentlich noch warten wollen, um etwas zu bewegen?

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Marc Holberg
Leiter Transportbeton

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Was versprechen Sie sich von der neuen Aufgabe?

Marc Holberg: In meiner neuen Rolle habe ich einen wesentlich größeren Hebel bei der Entwicklung von Produkten und kann deren Umsetzung forcieren. Wir wollen neue Geschäftsfelder aufbauen, in andere Bereiche reinwachsen und neue nachhaltige Lösungen für unsere KundInnen entwickeln. Dabei verstehen wir uns nicht mehr als reiner Produzent, sondern als innovativer Anbieter nachhaltiger Lösungen.

Können Sie konkrete Beispiele für diese nachhaltigen Lösungen nennen?

Marc Holberg: Holcim Deutschland will im Rahmen des Projekts „Westküste 100“ bis 2027 das erste klimaneutrale Zementwerk realisieren. Das bringt uns einen richtig großen Schritt nach vorne. Technologisch ist aber schon heute vieles machbar: Wir können bei den Betonen bereits 50 bis 60 Prozent an CO2-Emissionen gegenüber dem Branchendurchschnitt einsparen und das über Sonderlösungen weiter optimieren. Diese Lösungen müssen wir noch erfolgreicher im Markt platzieren.

Wo sehen Sie weiteres Potenzial?

Marc Holberg: Wir werden das Thema Kreislaufwirtschaft massiv nach vorne treiben und suchen derzeit nach Partnern, die uns zum Beispiel beim Einsatz von R-Betonen eine kontinuierliche Versorgung bieten. Dazu werden wir weiter mit höchster Priorität das Produktportfolio der nachhaltigen Baustoffe ausbauen. Aber ich sehe das Thema ganzheitlich. Ich möchte den KundInnen die Möglichkeit bieten, einen nachhaltigen Service zu erhalten, bei dem wir die komplette Wertschöpfungskette bieten. Wir müssen mehr bieten als einen Auftrag anzunehmen, zu liefern und fertig. Wir wollen viel früher in die Prozesse einsteigen, um aufzuklären und beraten zu können, was schon heute möglich ist. So können wir beispielsweise Lebenszyklusanalysen von Gebäuden erstellen und ermitteln, wie der CO2-Fußabdruck eines Gebäudes aussieht. Es geht darum, in Zukunft mit weniger Material mehr zu bauen.

Marc Holberg setzt sich als Leiter Transportbeton bei Holcim Deutschland ambitionierte Ziele.
"Wir werden das Thema Kreislaufwirtschaft massiv nach vorne treiben" - Marc Holberg setzt sich als Leiter Transportbeton bei Holcim Deutschland ambitionierte Ziele.

Welche Veränderungen sind für den Erfolg dieser Maxime nötig?

Marc Holberg: Die Themen CO2 und Recycling sind klare Türöffner, wenn wir sie bei unseren KundInnen ansprechen – die Bauindustrie hat verstanden, dass es mit einem “Weiter so” nicht getan ist. Die neue Bundesregierung wird hoffentlich Anreize schaffen, um nachhaltige Produkte im Bau zu fördern. Im Supermarkt machen viele den bewussten Griff ins Bio Regal, bei den eigenen vier Wänden leider bisher noch nicht. Auch durch klimafreundliche Anpassung öffentlicher Ausschreibungen würde die “grüne Transformation” gefördert.

Wie sieht es mit Ihren persönlichen Zielen aus?

Marc Holberg: Ich bin sehr ambitioniert und möchte für Holcim das beste Team für die kommenden Jahre entwickeln, dabei Talente fördern und aufbauen. Dazu ist mir ein familiäres Arbeitsumfeld wichtig, in dem sich auch Zeit für innovative Ideen genommen werden kann. Nicht alle neuen Lösungen werden direkt fliegen, aber ich bin überzeugt, dass wir genau daraus am meisten lernen können. Dauerhaft werden wir als  Unternehmen erfolgreich sein, wenn wir mutig neue Wege beschreiten – dazu möchte ich an der Spitze beitragen und alle KollegInnen dazu einladen.

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